Linz - Zentrum

Der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts planmäßig angelegte Linzer Hauptplatz ist mit seinen 219 Metern Länge und 60 Metern Breite nach wie vor einer der größten Plätze in Mitteleuropa. Seit jeher als Festplatz und für Jahrmärkte und Handelsmessen genutzt, beherbergte er bis 1938 auch den täglichen Markt. Das Gewerbe der mobilen Eisverkäufer lässt sich bis in die Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zurückverfolgen.

Heute findet am Hauptplatz jeden Dienstag und Freitag ein Lebensmittelmarkt statt, ein Flohmarkt wird - außer im Winter - jeden Samstag abgehalten. Die markanteste Veränderung gegenüber der Situation von 1936 ist im Hintergrund mit den beiden in der NS-Zeit errichteten Brückenkopfgebäuden zu erkennen.

Die Aufnahme aus dem Jahr 1930 zeigt die Ecke Schmidtorstraße mit dem heutigen Taubenmarkt. Es herrscht noch Linksverkehr und der Verkehr wird durch einen Polizisten geregelt. In dem 1863 in Renaissanceformen errichteten Eckhaus befand sich das "Kleiderhaus zum Tiroler" der jüdischen Familie Eibuschütz, das 1938 "arisiert" wurde.

1981 wurde die Schmidtorstraße zur verkehrsberuhigten Zone umgestaltet und an die seit 1977 bestehende Fußgängerzone auf der Landstraße angeschlossen. Das Eckhaus in Vordergrund wurde 1953 seines Fassadenschmuckes beraubt. Erst 1984 kam es im Zuge der Altstadterhaltungsmaßnahmen zu einer weitgehenden Wiederherstellung der ursprünglichen Fassade.

Die Luftaufnahme aus dem Jahr 1961 zeigt das Gebiet östlich und westlich der Landstraße zwischen Graben und Promenade sowie der Mozartstraße. In der Bildmitte sticht der Bauplatz an der Ecke Landstraße und Bethlehemstraße für das Passage-Kaufhaus ins Auge.

Trotz der verdichteten Verbauung im Innenstadtbereich fallen die grünen Höfe und auch die begrünten Dächer, wie etwa am 2000 umgebauten Passagekaufhaus auf. Mit dem anschließenden Parkhaus an der Bethlehemstraße wird die Dachlandschaft seit 2009 für diverse kulturelle Aktivitäten wie den Höhenrausch genutzt. Mit dem "Atrium City Center" (2001) und den Bauten entlang des OK Platzes (2007) wurden die ehemaligen Klostergärten der Karmeliten und Ursulinen verbaut.

Blick von der Landstraße auf den Blumauerplatz im Jahr 1967. In den 1950 benannten und gestalteten runden Platz mündeten vier Straßenzüge. Das in den Jahren 1949-1951 erbaute und 2006 abgebrochene Arbeitsunfallkrankenhaus - im Bild das mittlere Gebäude - lag direkt am Platz.

Durch den dominanten Bau des Musiktheaters, das 2013 eröffnet werden wird, ging der Platzcharakter weitestgehend verloren, worauf auch die Verkehrsfläche "Blumauerplatz" aufgelassen wurde. Das Musiktheater verfügt über die Adresse "Am Volksgarten 1". Seit der Eröffnung der unterirdischen Straßenbahnführung im Jahr 2004 werden alle Straßenbahnlinien über den Hauptbahnhof geführt.

Die Aufnahme vom 11. Juli 1954 zeigt den Pfarrplatz gegen Osten, als das Hochwasser seinen höchsten Pegelstand erreichte, den halben Platz und die anschließende Lederergasse überflutete und viele Schaulustige anzog.

Nach dem Bau einer Tiefgarage erfolgte die 2007 Neugestaltung des Pfarrplatzes, der nun nicht nur die Möglichkeiten für mobile Gastgärten, sondern auch für verschiedene Märkte und Events bietet.

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