Pendelwanderung und Gastarbeiter 1950 - 2000
Kapitel 5

Erst in den 1960er Jahren - verspätet gegenüber dem westeuropäischen Trend - wurde in Österreich die sogenannte Gastarbeiterwanderung wirksam.

In Linz kann man nochmals von einer zweiten Phasenverschiebung sprechen: der Ausländeranteil hatte 1971 2,7% und 1981 knapp 4% betragen, dies waren unterdurchschnittliche Werte. Einerseits wurde in den fünfziger und sechziger Jahren ein Arbeitskräftemangel durch die Präsenz vieler "volksdeutscher" Flüchtlinge vermieden, zum anderen pendelten zehntausende Personen aus dem Umland in den Raum Linz ein.

Die Stadt Linz ist in den ersten Jahrzehnten der Zweiten Republik stark von der verstaatlichten Industrie geprägt worden, in erster Linie wurden dort österreichische Staatsbürger beschäftigt. Dies verursachte zusammen mit anderen Faktoren einen vorerst nur sehr moderaten Gastarbeitereinsatz.

Erst in den 1990er Jahren ist mit einem zehn Prozent übersteigenden Anteil an ausländischer Wohnbevölkerung der Durchschnitt europäischer Großstädte erreicht worden. Damit gingen Konflikte in Politik und Alltag einher.

Pendler am Hauptbahnhof

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