Politik

Die Entwicklungen in der langen Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph waren wegbereitend für das 20. Jahrhundert. Es setzte ein langsamer Demokratisierungsprozess ein. Im Zuge der Revolution von 1848 forderte das wirtschaftlich erstarkte Bürgertum größere politische Mitspracherechte. Seit 1849 war die Donaumonarchie eine konstitutionelle Monarchie. Von einer Demokratie im heutigen Sinn war man trotz Verfassung aber noch weit entfernt.
So wurde das Wahlrecht zunächst jenen zuteil, die eine hohe Steuerleistung erbrachten. Nach und nach wurde dieser Zensus herabgesetzt und mehrere Wählerklassen wurden eingeführt. Die Entwicklung der politischen Parteien geht gleichfalls auf diese Zeit zurück. Gegen Ende der Monarchie waren fast alle männlichen österreichischen Staatsbürger wahlberechtigt – die Frauen blieben jedoch ausgeschlossen. Die Gemeinde als Grundfeste des freien Staates war eine der bleibenden Errungenschaften der Revolution von 1848.