Infrastruktur

Auf die Stadt kam eine Reihe neuer Aufgaben hinzu: die gesamte Sozialverwaltung, die Schulträgerschaft, der kommunale Wohnbau und die Leistungsverwaltung im engeren Sinn. Unter Letzterer sind die Gesamtheit städtischer Wirtschaftsbetriebe und die „Städtetechnik“ zu verstehen. Das Städtewachstum stellte die Kommunen vor große hygienische Probleme.

Ausgangspunkt waren epidemisch auftretende Krankheiten wie Cholera, Typhus und Tuberkulose, die auch Linz nicht verschonten. Dem damaligen medizinischen Wissensstand folgend wurden ein Abwassersystem und zentrale Wasserleitungen als notwendig erkannt. Ein wesentlicher Schwerpunkt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lag daher besonders auf dem Kanal- und Wasserleitungsbau.

Daneben zählten die Gasversorgung und später die Elektrizität zu den Innovationen im Rahmen der Städtetechnik. Die Errichtung des Gaswerkes in Linz im Jahr 1857 diente primär der öffentlichen Beleuchtung. Der elektrische Strom dagegen war Antriebsquelle für die Straßenbahn. Auch hier befand sich Linz durchaus im Spitzenfeld der Monarchie.

Der Bevölkerungszuwachs verlangte einerseits neue Schulbauten und andererseits einen Ausbau der Armenpflege. Kasernen sollten Sicherheit auch nach innen garantieren. Ein städtisches Polizeiamt übernahm ab 1866 das Melde- und Passwesen. Mit dem Bau des Allgemeinen Krankenhauses ab 1863 und der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1866 wurde die städtische Infrastruktur weiter ausgebaut.