Stele Bernaschekplatz

ERINNERUNGSZEICHEN FÜR NS-OPFER

Standort: Bernaschekplatz 1
Stadtteil: Urfahr
Datierung: 2022

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Stele Bernaschekplatz

Die Erinnerungszeichen sind permanente, von der Linzer Stadtverwaltung errichtete Stelen, die ein personalisiertes Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus im Stadtraum ermöglichen – insbesondere als Erinnerung an verfolgte und ermordete Linzer Jüdinnen und Juden. Jede Stele ist aus Messing gefertigt. Darauf sind Name und Geburtsjahr der Opfer des Nationalsozialismus sowie Angaben zur Deportation, Ermordung oder Flucht graviert. Der Aufstellungsort befindet sich freistehend in der Nähe von jenen Straßenzügen, wo diese Personen ihre letzte, frei gewählte Wohnadresse in Linz hatten.

Direkt neben den Namen sind an der Stele mechanische Türklingeln angebracht, die, wenn man sie drückt, einen leisen Klingelton erzeugen. Der oberösterreichische Künstler Andreas Strauss stellt die Klingel als mehrdeutige Metapher des Erinnerns ins Zentrum seiner Gestaltung, die sowohl Assoziationen des Daheim- und Zuhause-Seins hervorruft als auch den Moment des gewaltsamen Abholens beschreibt. Der Akt des „Anläutens“ stellt einen emotionalen Kontakt zu den Vertriebenen und Ermordeten her und lässt die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart schwinden.

In Abstimmung mit der Israelitischen Kultusgemeinde Linz und Nachkommen der Opfer recherchierte Verena Wagner im Auftrag der Stadt Linz alle Daten der jüdischen Flucht- und Holocaustopfer von Linz.

Geschichte

Im nahe gelegenen Haus Neugasse 7 wohnhaft waren:

Jenny Fürnberg, geb. Hahn, Jg. 1875, deportiert 1942 nach Theresienstadt, ermordet am 15. 01. 1945;

Martha Kulka, geb. Fürnberg, Jg. 1903, deportiert 1942 nach Theresienstadt, KZ-Überlebende (u.a. Auschwitz).


Im Haus Rudolfstraße 9 wohnhaft war:

Dr. Karl Czerwenka, Jg. 1889, deportiert 1941 nach Litzmannstadt, ermordet am 16.1.1942.


Im Haus Rudolfstraße 11 wohnhaft waren:

Cäcilie Kubin, Jg. 1867, deportiert 1942 nach Theresienstadt, ermordet am 14.6.1944;

Ernestine Kubin, Jg. 1863, deportiert 1942 nach Theresienstadt, ermordet am 28.9.1942;

Dr. Ludwig Kubin, Jg. 1872, in den Selbstmord getrieben am 24.2.1938 in Linz.


Im Haus Bernaschekplatz 7 wohnhaft war:

Siegmund Kluger, Jg. 1886, deportiert 1938 nach Dachau, ermordet am 2.4.1942 in Buchenwald.


Nähere Informationen auf www.linzerinnert.

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