Friedrich Rubinstein

Friedrich Rubinstein kam 1919 als Sohn des Bernhard und der Sabine Rubinstein, geborene Stermer, in Urfahr zur Welt. Seine Beschneidung nahm der Arzt Dr. Bloch vor, seine Paten waren Verwandte mütterlicherseits, Josef und Ernestine Kellermann. Friedrich Rubinstein hatte einen älteren Bruder, den 1910 in Linz geborenen Hermann, und eine ältere Schwester, Cäcilie, die allerdings mit zehn Monaten verstorben war. Sein Vater, Bernhard Rubinstein, handelte 1919 mit Rohprodukten, später wandte er sich dem Vertrieb von Büchern, Kunst und Musikalien zu.

Friedrich Rubinstein wuchs in Linz auf und besuchte nach der Volksschule das Realgymnasium. Im Jänner 1932 feierte er im Linzer Tempel seine Bar Mitzwah. Von 1933 bis 1937 war er Schüler der Handelsakademie. Die Familie wohnte zu dieser Zeit an der Humboldtstraße 31. Während seines letzten Schuljahres zog er aus der elterlichen Wohnung an die Schillerstraße 23 und arbeitete als Handelsangestellter, Kontorist sowie Chauffeur in der Firma seines Vaters, einem Buch- und Zeitschriftenversand ohne Ladengeschäft. Friedrich Rubinstein war Mitglied des zionistischen Jugendbundes „Blau-Weiß“. In seiner Freizeit betrieb er Sport und spielte Tennis.

Mit März 1938 und dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich war Friedrich Rubinstein den Verfolgungen der Nationalsozialisten ausgesetzt. In seinem 1938 ausgefüllten Fragebogen der Fürsorgezentrale der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gab er an, die Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch zu beherrschen. Unter den Fluchtzielen sind Belgisch-Kongo, Paraguay und Australien zu finden. Seine in dieser Zeit obdachlos gewordenen Eltern suchten in seiner Wohnung Unterschlupf. Schließlich floh Friedrich Rubinstein in der Novemberpogromnacht illegal nach Palästina. Wie viele, denen nur diese Möglichkeit geblieben war, musste er, im Norden Palästinas angekommen, die letzten Meter durch das Meer ans Ufer waten, damit die Ankunft der illegalen Flüchtlinge unentdeckt blieb. Anfangs erhielt er eine Ausbildung in einem Vorbereitungslager in Kirjat Shalom. Später verdiente er seinen Unterhalt – in Zusammenarbeit mit seinem älteren Bruder – als Schuster. Sowohl seine Eltern als auch Hermann Rubinstein hatten sich mit Frau und Kind nach Palästina retten können. 1948 heiratete Friedrich Rubinstein in Tel Aviv die 1925 in Berlin geborene Näherin Edith Ullmann. In Tel Aviv kam das erste Kind, Sohn Elan, zur Welt. 1956 emigrierte die Familie in die USA und lebte in Burbank in Kalifornien. Dort wurde der zweite Sohn, Ronald, geboren. Friedrich – nun in Fred umbenannt – Rubinstein gründete ein sehr erfolgreiches Handelsunternehmen für Restaurantequipment. Er starb 2005 in Mission Viejo.

(Autorin: Verena Wagner)

Zur Stele in der Denkmaldatenbank

Übersicht der Biographien