Friedrich Eisenberger

Friedrich Eisenberger kam 1896 in Budweis (České Budějovice, ČR) als Sohn des Moritz Eisenberger und dessen Frau Berta, geborene Pick, zur Welt. Sein Vater stammte aus Dürrmaul (Drmoul, ČR), seine Mutter war die Tochter eines Viehhändlers in Teplitz (Teplice, ČR). Die Eltern heirateten 1881 und zogen nach Marienbad (Mariánské Lázně, ČR), hier kam der Großteil ihrer acht Kinder zur Welt: Ernst (1881), Charlotte (1883), Max (1884), Hugo (1886) und Elsa (1887). Danach übersiedelte die Familie nach Budweis, dort wurden Karl (1889), Helene (1892) und schließlich Friedrich als Jüngster 1896 geboren. Ein Teil der Familie dürfte schon ab 1895 weiter nach Linz gezogen sein, Berta Eisenberger kam mit den jüngeren Kindern 1898 hierher. Anfangs wohnten sie an der Rudolfstraße 3. Moritz Eisenberger betätigte sich als Reisender bei der Firma Veit Fürth (Mostny). Danach übernahm er die Vertretung der „Ersten Pilsener Aktienbrauerei in Pilsen“ an der Kaarstraße 7, bis er sich mit seiner von ihm gegründeten „Ersten oö. Bier- und Mineralwasser-Großhandlung M. Eisenberger Urfahr“ an der Kaarstraße 9 selbstständig machte. Innerhalb der Kultusgemeinde engagierte sich Moritz Eisenberger im Geselligkeitsverein „Unter uns“, in der Chewra Kadischa und war über viele Jahre, bis 1926, Mitglied des Kultusgemeindevorstandes.

In diesem Umfeld wuchs Friedrich Eisenberger auf und besuchte ab 1902 in Urfahr die Volksschule. Nach der Bürgerschule wechselte er von 1911 bis 1915 als Beamter in die Austria-Brauerei, Wiener-Neudorf. Im Ersten Weltkrieg stand er an der Front und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Nach dem Krieg dürfte Fritz Eisenberger in die Firma seines Vaters eingetreten sein. 1921 heiratete er in Salzburg die Linzer Katholikin Pauline (Paula) Hofbauer. Wenige Tage zuvor war er aus dem Judentum ausgetreten und hatte sich katholisch taufen lassen. Anfangs wohnte das Paar an der Lessingstraße 10, hier kam 1922 Sohn Kurt zur Welt, bis es 1927 an die Karl-Wiser-Straße 25 zog. Nach dem Tod des Vaters Moritz Eisenberger, 1934, übernahmen die Söhne Max und Friedrich den Großhandel für Bier und Mineralwasser an der Kaarstraße 9 als offene Handelsgesellschaft. Friedrich Eisenberger fungierte als Geschäftsführer. Unter anderem befand sich hier das Depot der Gösser-Brauerei. 1937 hatte der Betrieb vierzehn Angestellte, davon war einer jüdisch, der Buchhalter Johann Kramer. In seiner Freizeit war Friedrich Eisenberger begeisterter und äußerst beliebter Funktionär der Sportvereinigung Urfahr (S.V.U.). Er setzte sich dort sehr stark für die Fußballjugend ein und sponserte den „Fritz Eisenberger-Pokal“ für Jugendmeisterschaften. Der Urfahrer Fußballverein feierte in der Zwanziger- und Dreißigerjahren große Erfolge.

1938 traf die Brüder Eisenberger das schwere Schicksal, dass der brutale SA-Sturmbannführer Karl Oirer, ein Nationalsozialist der ersten Stunde und Freund der Parteigrößen Oberösterreichs, zum „Ariseur“ ihres Betriebes wurde. Max Eisenberger beging Ende April Selbstmord und Friedrich wurde vom mittellosen Oirer mit vorgehaltener Pistole aus dem Geschäft geworfen. Nach dem erzwungenen Verkauf des Besitzes musste Friedrich Eisenberger als Hilfsarbeiter sein Leben fristen. Er galt vorerst durch seine Ehe mit einer „Arierin“ geschützt, allerdings war er Verfolgungen, wie Gefangennahmen, ausgesetzt. Schließlich dürfte Karl Oirer an seiner Deportation 1944 in den Osten beteiligt gewesen sein. Friedrich Eisenberger kam am 1. Februar 1944 in Warschau um. Seine Frau und sein Sohn blieben in Linz. Kurt Eisenberger wurde 1944 in die „Organisation Todt“ zur Zwangsarbeit einberufen. Die Familie Eisenberger erhielt ihren Besitz 1948 zurück.

(Autorin: Verena Wagner)

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