Das Linzer Volksgericht

AutorInnen: Claudia Kuretsidis-Haider - Winfried R. Garscha

1946 bis 1955 war beim Landesgericht für Strafsachen Linz das Linzer Volksgericht (mit temporären Außensenaten in Ried/Innkreis und Salzburg) tätig. Dieses war Bestandteil der österreichischen Volksgerichtsbarkeit, die zwischen 1945 und 1955 136.829 gerichtliche Voruntersuchungen gegen vermutlich 110.000 bis 120.000 Personen wegen des Verdachts nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und Verbrechen nach dem NS-Verbotsgesetz eingeleitet hatte. 23.477 Urteile wurden von den Volksgerichten in Wien, Linz, Graz und Innsbruck gefällt, davon 13.607 Schuldsprüche. Der Beitrag stellt die Tätigkeit des Volksgerichts Linz dar.

Ziel der Arbeit ist es unter anderem, den weitgehend vergessenen und bis jetzt nicht erforschten Beitrag der Justiz- und Sicherheitsbehörden zur Ausforschung und Ahndung von nationalsozialistischen Verbrechen im Oberlandesgerichtssprengel Linz aufzuzeigen.

Neben bis jetzt unbekanntem statistischem Datenmaterial werden wichtige Prozesse des Volksgerichts Linz dargestellt (insgesamt wurden drei Todesurteile ausgesprochen – davon eines vollstreckt - sowie zwei lebenslängliche Strafen verhängt) und quellenkritisches Arbeiten mit Gerichtsakten erläutert. Die Gerichtsakten befinden sich im Oberösterreichischen Landesarchiv.

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