"Ausländereinsatz" zur Zeit des NS-Regimes in Linz

Autor: Hermann Rafetseder

Der Begriff "Ausländereinsatz" steht einmal für verschiedenste Arten der Anwerbung: von anfangs Freiwilligen (aus Westeuropa), deren Tätigkeit im Laufe der Zeit Zwangscharakter annahm, bis hin zu brutal Deportierten und wie auf Sklavenmärkten am Bahnhof verteilten Ukrainerinnen. Jener Begriff steht weiters für verschiedenste Formen widersprüchlicher Reglementierungen und realer Lebensbedingungen, die ihrerseits sowohl zum Guten als auch zum Schlechten hin von den Verordnungen stark abweichen konnten.

Abstufungen erfolgten - aus der Idee der "Volksgemeinschaft" heraus - gemäß den hierarchisch-rassistischen Prinzipien des NS-Staates, aber auch aus (oft damit schwer im Einklang zu bringenden) aktuell-politischen Motiven: von "Herrenmenschen" "germanischer" Abstammung bzw. Angehörigen verbündeter Staaten reichte die Skala bis hin zu "Untermenschen" verachteter Ethnizität. Hier wird deutlich, welche enorme Rolle bei diesem zentralen kriegswirtschaftlichen (und kriegsverlängernden) Faktor das Verhalten der jeweiligen NutznießerInnen spielte: nicht nur die vielzitierte Großindustrie oder höhere Ebenen, sondern auch etwa Linzer Gewerbetreibende, Privathaushalte, ganz wesentlich aber auch damalige Linzer Magistratsdienststellen als Drehscheibe des "AusländerInneneinsatzes" als Lager-Errichter und -Betreiber, Auftraggeber und Kontrolleur von Zwangsarbeit etc.

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