Kirche und Nationalsozialismus

Autor: Rudolf Zinnhobler

Der totalitäre nationalsozialistische Staat empfand die Kirchen als unbequem, ja als Gegner. So kam es zu einem regelrechten Kirchenkampf, der sich auf vielen Ebenen abspielte. Vor allem betroffen war hiervon die katholische Kirche der Gauhauptstadt Linz. Klöster wurden ausgeschaltet, die Seelsorge, vor allem die Jugendseelsorge, auf vielfache Weise behindert und der Kirchenbesitz großteils enteignet. Die Liquidierung der katholischen Vereine traf die Kirche besonders schwer. Zwanzig Priester waren kürzere oder längere Zeit inhaftiert, zwei von ihnen (P. Paulus Wörndl, Dr. Johann Gruber) wurden sogar hingerichtet.

Es gab aber auch einen Aufbau im Widerstand. Die Einführung der Kirchenbeiträge machte die Kirche vom Staat finanziell unabhängig, die Seelsorgestruktur konnte durch die Errichtung von 18 neuen Seelsorgestellen nachhaltig verbessert werden und das liturgische Leben erfuhr eine deutliche Belebung. Die Bischöfe Johannes Maria Gföllner und Josef Calasanz Fließer haben viel zum Überleben der katholischen Kirche beigetragen.

Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Kirche, auch wenn sie Niederlagen einstecken musste und sich nicht in jeder Hinsicht bewährt hat, als Siegerin aus dem Kirchenkampf hervorgegangen ist.

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