Aspekte nationalsozialistischer Kommunalpolitik

 Autor: Walter Schuster

Gerade die leistungsfähigen Verwaltungsapparate der Städte waren besonders geeignet, die Intentionen und Maßnahmen der NS-Führung – auch bei der Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten – in die Tat umzusetzen. So blieben die Bekämpfung "Asozialer" und Maßnahmen gegen "rassisch Minderwertige", aber auch Themen der Kulturpolitik, mit denen man scheinbar unverfänglich die Bevölkerung im nationalsozialistischen Sinne manipulieren konnte, bis zum Ende der NS-Herrschaft Schwerpunkte der Kommunalpolitik.

Eine besondere Herausforderung für die kommunale Administration stellten die strukturellen Veränderungen und baulichen Maßnahmen dar, die namentlich Hitler persönlich für seine "Heimatstadt" Linz intendierte. Eng in diesem Zusammenhang ist der Einsatz von ZwangsarbeiterInnen auf Linzer Stadtgebiet zu sehen.

Die Stadtverwaltung betrieb aktiv die Rekrutierung, Beaufsichtigung und Disziplinierung ausländischer ArbeiterInnen. Die – neben KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen - zur Zwangsarbeit herangezogenen zivilen ausländischen Arbeiter ermöglichten die Aufrechterhaltung der städtischen Infrastruktur, wodurch einheimische Arbeitskräfte als Soldaten an die Front abgestellt werden konnten.

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