Stadtpfarrkirche

SAKRALBAUTEN UND KIRCHLICHE INSTITUTIONEN

KünstlerIn: Georg Pruckmayr

Standort: Pfarrplatz 20
Stadtteil: Innere Stadt
Datierung: 1441

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Barocke, dreischiffige Staffelkirche, mit vermutlich im Kern gotischen Chor, je zwei an die Seitenschiffe gefügten Kapellen, gotischem barockisierten Fassadenturm und barockem Dachreiter über dem Chor.

Der querrechteckige einfache Turm ist in Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung errichtet, der Verputz mit Mauerstreifen und Blendfenstern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Durch einfache Gesimse ist der Turm in drei verschieden hohe Geschosse gegliedert. Das unterste enthält das Hauptportal mit Rundbogen. Darüber befindet sich ein Rundbogenfenster, vermutlich 1615 ausgebrochen. An der Südseite, jetzt in der Johann von Nepomuk-Kapelle, ein einfaches Fenster.

Das oberste Turmgeschoss ist eingezogen, die umlaufende Galerie mit Schmiedeeisengitter ist durch vorspringende Steine verbreitert. In die vier Wandflächen sind die Zifferblätter eingesetzt, das der Westseite zeigt unterhalb die Jahreszahl 1823.

Der kupferne Turmhelm setzt sich aus einem geschweiften, vierseitigen Pyramidenstumpf, einer zwiebelförmigen Ausbuchtung darüber und einer vierseitigen Laterne mit Rundbogenöffnungen und obeliskartiger Bekrönung zusammen und ist mit vergoldeten Zierstücken besetzt. Das Uhrwerk des Turmes trägt die Jahreszahl 1755.

Der Hauptschmuck des Turmes ist das Eingangsportal, das vermutlich gleichzeitig mit der Barockisierung des Turmes 1671 (nach Plänen von Baumeister Georg Pruckmayr) geschaffen wurde. Auf dem gesprengten Segmentgiebel sind zwei plastische Engel mit den Wappen des Landes und der Stadt gelagert. In der Mitte die Sandsteinstatue der Muttergottes mit Kind auf hohem Sockel. Auch die Torflügel mit Rhombenmuster und reichem Eisenbeschlag innen gehören noch dem 17. Jahrhundert an. Diesem Hauptportal entsprechen die beiden Seitenportale an den Langseiten. Sie bilden den einzigen Bauschmuck des Äußeren der Kirche. Sie tragen je eine Sandsteinplastik: an der Nordseite die Muttergottes, am Südeingang die des hl. Johannes. Die Statuen stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Geschichte

Die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt (Liebfrauenkirche) steht inmitten des Pfarrplatzes, der ehemals Friedhof war, nach Osten gerichtet, ursprünglich vor der Stadtmauer.

Nach dem Stadtbrand von 1441 dürfte eine Erweiterung der 1286 erstmals erwähnten Kirche erfolgt sein. Im Osten wurde an das alte Langhaus, breiter und höher als dieses, der polygonale Chor 1448, im Westen der Turm, nur wenig breiter als das Langhaus, 1453 angebaut worden sein.

Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts erfolgten einige Umbauten. 1509 wurde die Kirche durch einen Brand neuerlich schwer beschädigt. Im Turm schmolzen die Glocken. 1521 sind die Renovierungsarbeiten abgeschlossen.

1600 übernahmen die Jesuiten die Predigten in der Pfarrkirche und gewannen auch Einfluss auf den Bau.

Der Neubau der barocken Kirche wurde von 1649 bis 1653 aufgeführt. 1649 hielten die Jesuiten die Predigten während des Abbruchs der Kirche "bei fehlenden Wänden unter freiem Himmel". 1656 wurde die neue Kirche geweiht.

Quelle: Österreichische Kunsttopographie, Band XXXVI "Die Linzer Kirchen", herausgegeben von der Stadt Linz und dem Institut für Österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes

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