Stele für Franz Jägerstätter, Mariae-Empfängnis-Dom

ANTIFASCHISTISCHE GEDENKSTÄTTEN

Standort: Baumbachstraße
Stadtteil: Altstadtviertel
Datierung: 2007

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Die von Herbert Fried gestaltete Stele befindet sich in der Kapelle „Maria – Königin der Märtyrer“. In die Stahlstele eingearbeitet ist ein Glaszylinder, in dem sich eine Reliquie sowie ein Autograph Jägerstätters vom Januar 1938 befinden.

Die Stele wurde im Rahmen der Seligsprechung Franz Jägerstätters am 1. November 2007 errichtet.

Geschichte

Der Landwirt Franz Jägerstätter aus St. Radegund verweigerte, nachdem er 1940 die Grundausbildung in der Deutschen Wehrmacht absolviert hatte und 1941 nach seiner Einstufung als „unabkömmlich“ wieder auf seinen Hof zurückkehren hätte können, die im Februar 1943 erfolgte Einberufung nach Enns. Nach seiner Verhaftung im März 1943 war er im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis in Linz, ab Mai 1943 in Berlin-Tegel inhaftiert. Am 6. Juli 1943 verurteilte das Reichskriegsgericht in Berlin-Charlottenburg Jägerstätter wegen „Wehr-kraftzersetzung“ zum Tode. Die Hinrichtung erfolgte am 9. August desselben Jahres im Zuchthaus Brandenburg. Das NS-Urteil wurde 1997 vom Landgericht Berlin aufgehoben.

Nach 1945 war die Person Franz Jägerstätter, wie andere Wehrdienstverweigerer auch, umstritten, eine Würdigung seines Handelns wurde mehrheitlich bis in die 1980er abgelehnt.

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