Linzer Schloss

ÖFFENTLICHE GEBÄUDE

KünstlerIn: Anton Muys (Moys)

Standort: Schlossberg 1
Stadtteil: Innere Stadt
Datierung: 799

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Von der mittelalterlichen Burg sind nur noch Teile der Befestigungsanlagen erhalten. Der Schlossbau 1604 nach Plänen des aus Flandern nach Wien emigrierten Baumeisters Anton de Moys begonnen und 1614 im wesentlichen vollendet, ist in Hinblick auf den Bauherrn Kaiser Rudolf II. als rudolfinisch anzusprechen. Seine nächsten Verwandten und Vorläufer sind in stilistischer Hinsicht - nicht was Anspruch und Größe betrifft - das Belvedere in Prag, der Schweizertrakt der Hofburg und auch die Stallburg in Wien. Die bei aller Schlichtheit monumentale Gesamtwirkung ist leider durch den Verlust des Südtraktes und der ursprünglich steileren Dachform seit dem Stadtbrand 1800 beeinträchtigt.

Am 3. Juli 2009 wurde der dem 21. Jahrhundert entsprechende Bau des Südflügels nach Plänen der Grazer Architekten Martin Emmerer, Hansjörg und Clemens Luser eröffnet.

Geschichte

Der Linzer Schlossberg war schon in der Kelten- und Römerzeit als Burgberg von strategischer Bedeutung. Interessante Spuren der damaligen Besiedlung werden alljährlich bei den Grabungen auf der Keplerwiese zu Tage gefördert.

Die Burg wurde 799 erstmals urkundlich erwähnt, als Graf Gerold, der Schwager Kaiser Karl des Großen vom Passauer Bischof die Kapelle des Heiligen Martin bei der Burg zu Lintz als "beneficium auf Lebenszeit" zugesprochen bekam.

1205 / 07 erwarb der Babenberger Leopold VI. die Burg, die ihre erste Blütezeit unter Friedrich III. im 15. Jahrhundert erlebte. Nicht nur das Friedrichstor mit vorgelagertem Graben und Trutzmauer wurde errichtet, Linz stand als kaiserliche Residenz vier Jahre lang im Mittelpunkt der Reichspolitik

Auch ein Jahrhundert später wurde das Linzer Schloss noch häufig als zeitweilige Residenz des Wiener Hofes genützt. Weltgeschichtliche Ereignisse, die mit Linz eng verknüpft sind, waren der 1505 vorbereitete habsburgisch-jagellonische Heiratsvertrag, der die Vereinigung Böhmens und Ungarns mit Österreich einleitete und die Eheschließung von Ferdinand mit Anna von Böhmen und Ungarn, sowie von Maria, der Schwester Ferdinands, mit Ludwig II. von Böhmen und Ungarn. Damit war die Weltmacht der Habsburger begründet.

Zwischen 1583 und 1588 wurde der Südtrakt errichtet. Fast fünfzig Jahre später war der Neubau des Linzer Schlosses unter Rudolf II. vollendet.

1790 wird das Schloss erstmals als "Schlosskaserne" bezeichnet und sechs Jahre später Lazarett im Krieg gegen die Franzosen. 1800 wurden beim großen Brand der Südflügel und die Gangolfkapelle ein Raub der Flammen. Über eine Holzstiege breitete sich das Feuer auch auf die Stadt aus.

Nach notdürftiger Instandsetzung des Schlosses wird es 1811 zum k.k. Provinzialstrafhaus und 1851 zieht das k.k. Infanterieregiment Nr. 14 ein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss seinem Namen "Schlosskaserne" im vollen Umfang gerecht. Es beherbergte die Gendarmeriekaserne und -schule und wurde überdies als Flüchtlingslager verwendet. Das Gebäude war in einem bejammernswerten Zustand, so dass sogar erwogen wurde, es zu schleifen. Eine Idee, die zum Glück nicht ausgeführt wurde.

Im Gegenteil. Stadt und Land begannen Vertragsverhandlungen mit dem Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau, den historischen Bau als Wahrzeichen der Stadt Linz zu erhalten und ein Museum einzurichten.

1951 gestaltete die Stadt Linz den Park rund um das Schloss, der noch heute ein Anziehungspunkt für die Bewohner und Gäste ist.

Die erste Landesausstellung "Die Kunst der Donauschule" wurde 1963 im Linzer Schloss eingerichtet, drei Jahre später das Schlossmuseum eröffnet.

Um 5 Millionen Schilling kaufte das Land Oberösterreich im Jahr 2000 das Linzer Schloss – in Stein gehauene Geschichte des Landes – von der Republik Österreich.



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