Kirche Marcel Callo

SAKRALBAUTEN UND KIRCHLICHE INSTITUTIONEN

KünstlerInnen: Siegfried JellBernhard Schremmer

Standort: Schörgenhubstraße 39
Stadtteil: Kleinmünchen-Auwiesen
Datierung: 1908

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Die Kirche der Pfarre Marcel Callo Linz Auwiesen wurde 1998/99 in den Räumen der ehemaligen Tuchfabrik Himmelreich und Zwicker errichtet. Anstatt eines Kirchturms ragt der ehemalige Fabrikschlot über den Baukörper empor.

Im angrenzenden Turbinenhaus der ehemaligen Tuchfabrik, durch ein großzügiges Foyer mit der Kirche verbunden, wurde ein Pfarrzentrum eingerichtet.

Die Taufgrotte ist im revitalisierten Krafthaus untergebracht, und zwar im Turbinenhaus. Mit der dort gewonnenen Energie wurden im 19. Jahrhundert mittels Transmission die Maschinen im Hauptgebäude angetrieben und später Strom für die Textilproduktion und zum Beheizen der umliegenden Wohnbauten erzeugt. Durch die Grotte fließt der Weidingerbach.

Geschichte

Das 1908 errichtete Gebäude wird der Otto-Wagner-Schule zugeschrieben und in den 30er Jahren übernahm die niederösterreichische Tuchfabrik Himmelreich & Zwicker den Betrieb - ihr Schriftzug ist noch heute an der nördlichen Eingangsfront zu lesen. Das Seelsorgezentrum wurde 1998 nach Plänen der Linzer Architekten Schremmer & Jell ausgeführt.

Marcel Callo wird am 6. Dezember 1921 geboren. Als Kind arbeitet er aktiv bei den Pfadfindern mit und tritt mit 13 Jahren zu Beginn seiner Buchdruckerlehre der Christlichen Arbeiter-Jugend (CAJ) bei. Am 19. März 1943 wird er als 22-jähriger von Frankreich zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Mit seiner Einstellung "...Ich gehe nicht als Arbeiter dorthin - ich fahre als Missionar" nimmt er die Arbeit in Deutschland auf.

Vom 24. März 1943 bis 19. April 1944 lebt Marcel Callo im Lager von Zella-Mehlis in Thüringen und arbeitet in einer Waffenfabrik. Im Arbeitslager sammelt er seine Kameraden zum Gottesdienst und ist als Krankenpfleger und Chorleiter für sie tätig. Er gründet eine katholische Aktionsgruppe aus französischen Jungarbeitern und Pfadfindern.

Am 19. April 1944 wird er von der Gestapo mit der Begründung "Durch seine katholische und religiöse Aktion hat er sich als Schädling für die Regierung der nationalsozialistischen Partei und für das Heil des deutschen Volkes erwiesen" verhaftet. Die CAJ wird verboten. Marcel Callo ist für fünf Monate im Kerker zu Gotha in Haft.

Am 6. Oktober 1944 wird er gemeinsam mit seinen Kameraden in Konzentrationslager abtransportiert. Er stirbt am 19. März 1945 in Mauthausen. Am 4. Oktober 1987 wird Marcel Callo in Rom selig gesprochen.

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